Zimmer frei

Komödie von Markus Köbeli
Inszenierung / Produktion: Theater Tamen The
Spiel: Andrea Zanaboni und Ivar Rabeneck


Jolanda Sollberger (Glotz), augenblicklich in der morbiden Phase, meditiert im Sarg. Rausgeflogen aus allen Jobs hat sie mit der Welt abgeschlossen, versucht sich mit Telefonsex über Wasser zu halten und wartet auf ein Zeichen von Gott.

Infolge eines Mißverständnisses wird Opa, ein ehemaliger Finanzbeamter, ihr Untermieter. Anfänglich scheint es keine Verständigungsmöglichkeiten zwischen den beiden zu geben:
Glotz ist restlos angenervt von Opa. Doch die beiden Außenseiter der Gesellschaft geraten in einen Dialog, der sich zunehmend in Freundschaft und herzliche Zuneigung wandelt.

Ein Stück über die Kunst zu sterben und die Schwierigkeit zu leben. über Distanz und Nähe zwischen Alter und Jugend und über verwaltete Menschlichkeit.
Ein Stück mit einer Menge Humor und Schrecken.


"Ich kann das Sterben nicht für mehr halten, als von einem Zimmer in ein anderes zu gehen."
(William Blake)

"Man braucht sehr lange um jung zu werden."
(Pablo Picasso)

Lena: Ja, jetzt! Da ist es. Ich dachte die Zeit an nichts. Es ging so hin, und auf einmal richtet sich der Tag vor mir auf. Ich habe den Kranz im Haar - und die Glocken, die Glocken! Sieh, ich wollte der Rasen wüchse so über mich, und die Bienen summten über mir hin; sieh, jetzt bin ich eingekleidet und habe Rosmarin im Haar. Gibt es nicht ein Lied: Auf dem Kirchhof will ich liegen, wie ein Kindlein in der Wiegen?
(Leonce und Lena, 1. Akt, 4. Szene)

Einmal in der Halle eines kleinen Frankfurter Hotels kam Rainer Werner Faßbinder auf den Tod zu sprechen. "Der Tod", sagt er, "ist das Wichtigste. Wenn wir ewig Zeit hätten, wäre alles nichts wert, wir könnten nichts genießen. Nur weil unsere Zeit begrenzt ist, empfinden wir manche Sachen als kostbar."
(FAZ, Mai 1995, Wilfried Wiegand)

 

PICTURES

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FEEDBACK

"Andrea Zanaboni beherrscht den Jugendjargon des Stücks mit einer fabelhaft schlagfertigen, zynischen Coolness, unter der aber, je stärker gepanzert sie sich gibt, umso mehr ihre Verletzungen, ihre Lebensangst und ihre Dünnhäutigkeit durchschimmern. Dank ihrer Intensität wandelt sie Markus Köbelis "No-future" Klischeefigur in eine lebendige Person..."
(Frankfurter Rundschau)

 

INSIDE

Vierzehn Tage vor der Premiere erhielt ich den Anruf: ...wir haben Probleme. Kannst Du die Hauptrolle übernehmen?
Das war vielleicht ein Schreck! Vierzehn Tage - und keine Ahnung, um was es überhaupt geht...
Fünf Jahre lang haben wir Zimmer frei im Programm behalten und es hat mich immer wieder aufs Neue berührt! Ich lernte Glotz nicht nur cool zu finden, sondern sie zu lieben - in ihrer ängstlichen Boshaftigkeit und ihrer späteren bedingungslosen Zuneigung für "Opa".
Und Opa (Ivar Rabeneck) war ein herrlicher Spielpartner! Ihm flogen die Herzen nur so zu. Meins auch.

Einmal schmiss sich Andy (Mike Kess) so schwungvoll auf den Sarg, dass die ganze Halterung unter ihm zusammenbrach: - MEIN Heiligtum! - Aber er sollte ja stückgemäß sowieso rausgeschmissen werden. Das war an diesem Abend ganz leicht!

 

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