Non(n)sense

Inszenierung: Philippe Huguet
Produktionen: • Internationales Theater, Frankfurt 1997 • Capitol, Mannheim 1999


Fünf Nonnen machen eine Show!? Weil 52 Schwestern durch ein kulinarisches Missgeschick ein vorzeitiges Ende fanden, aber nicht genügend Geld für deren Beerdigung in der Klosterkasse ist, beschließt die Mutter Oberin mit den überlebenden eine Benefizgala aufzuführen. Zu allem überfluss bleibt aber auch noch die gesamte Bühnendekoration unterwegs auf der Strecke und so wird improvisiert, was das Zeug hält.
Mit viel Naivität, Charme und Temperament stellen die fünf Nonnen eine Show auf die Bühne, die die Welt noch nicht gesehen hat!

 

Schwester Robert-Anne wurde nicht aus Berufung Nonne. Aufgewachsen in einem sozialen Brennpunkt hatte sie als Jugendliche die Wahl zwischen Knast und Kloster. Als "enfant terrible" des Klosters sind ihre unkonventionellen Methoden und ihre vorlaute Art bei der Mutter Oberin nicht sehr gern gesehen. In der von den Nonnen aus Not geborenen Show ist Robert-Anne nur als Zweitbesetzung vorgesehen, was sie aber nicht daran hindert, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf der Bühne zu erscheinen und alles durcheinander zu bringen.
So erfindet sie eigene Szenen voller Zaubertricks, Trommel- und Tanzeinlagen sowie Songs im Belting-, Blues- und Balladengenre.

 

PICTURES

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FEEDBACK

"...schmissig in Szene gesetzt. Ausnahmsweise ist zitierfähig, was als Werbetext auf dem Ankündigungszettel steht: <Freche Songs, flotte Steps, ein Riesen-Spaß>."
(Frankfurter Rundschau)

 

INSIDE

Was wir alles bei Non(n)sense erlebt haben, ist so unglaublich, wie die Geschichte der Nonnen selbst...

In Frankfurt:
stern Die gesamte Kulisse brach eines Abends über unseren Köpfen zusammen
stern Mutter Oberin rammte sich einen riesigen Holzsplitter vom Balken beim Schaukeln ins Bein (sie spielte selbstverständlich weiter!)
stern Ich schlug mir zu Beginn der Show beim überklettern der Galerie den Unterarm 12 cm weit auf, wurde im Nonnenkostüm mit dem Krankenwagen in die Ambulanz verfrachtet und genäht (und spielte selbstverständlich danach noch die gesamte Show!)
stern Ich hatte wg. eines Versprechers der Mutter Oberin einen solchen Lachflash, dass ich nicht singen konnte, hatte aber den ersten Ton, der mir etliche Male vom Pianisten erfolglos vorgegeben wurde, woraufhin das gesamte Ensemble erst gegen Mitte Songs wieder singfähig war.
stern Mein Zauberutensil, eine Hand-Guillotine, brach in der Szene komplett auseinander, woraufhin das Publikumsopfer nicht mehr so recht mitspielen wollte ...
stern Und vor allem verbindet mich seitdem eine liebe Freundschaft mit meiner Kollegin Susanne Schyns! Es wird immer gesagt, zwei Diven auf der Bühne, das geht nicht gut! Ging´s auch erst Mal nicht *lach* Aber wir haben schließlich bewiesen, dass es doch geht: Mit gegenseitiger Wertschätzung.

In Mannheim:
stern Gab es viele Insider-Running-Gags. Ich erinnere mich ua. daran, dass wir der Band beibrachten, den Deckel der Toilette nach Benutzung zu schließen, indem sie dabei laut "FENG SHUI" riefen (damit die gute Energie nicht die Spülung runter geht!). Feng Shui riefen wir dann bei allen möglichen Gelegenheiten - das war vollkommen blöd, hat aber immer für gute Stimmung gesorgt. :-)
stern Und die Technik war jeden Abend auf´s Neue gespannt, welche Absurdität mir wieder mit meinem Zauberstock passieren würde - und vor allem, was ich dann wieder daraus machen würde. Das war so ein zusammengerolltes Plastikteil, was ich in der Kuttentasche aufbewahrte und das auf´s Stichwort als Cabaret-Stock, dann in meiner Hand aufgehen/erscheinen sollte. Ich werde nie vergessen, wie er mir quer durch den Zuschauerraum flog ... weit ...

Das Besondere an Robert-Anne war die Freiheit zur Improvisation, die die Rolle bot. Ich liebte es! Und es war eine schöne Inszenierung: Wir ließen keine Gelegenheit aus, einen Lacher zu setzen. Wir zogen die Pointen aber auch nicht an den Haaren herbei. Das war eine schöne Zeit!

 

plakat nonsense